Organisationen leben oft mit mehr Geschichte und Tradition, als ihnen insgesamt bewusst ist.
Die Ältesten wissen mehr davon, und oft können sie ihr Wissen als Macht ausspielen, denn Brauch und Recht scheinen uns verquickt.

Für beteiligende und demokratische Arbeitsweisen brauchen wir einen Austausch zu Geschichte und Werden,
der die Ereignisse anschaulich und übersichtlich werden lässt, aber auch für Rückfragen und aktuelle Neubewertungen zugänglich macht.

Der Wandel der Frauenrechte als Beispiel:

In der "Nachkriegszeit", dem Postfaschismus nach der Abgeblasenen "Entnazifizierung" waren Frauen wieder zurück gedrängt aus dem Geschäftsleben, hatten sie ihre Berufstätigkeit gegen den Nazi-Kult der "Hausfrau" zu verteidigen. Der Ehemann konnte die Anstellung seiner Frau kündigen, Geschäftsfähigkeit und Kontoführung musste jeweils begründet und erkämpft werden.
Im Erb-Recht waren die Frauen "ausgezahlt" worden, bekamen eine "Ausstattung" und etwas zur Hochzeit "dazu", aber nicht den gleichen Anteil wie die Söhne: In etlichen Firmen-Familien schwelen da noch immer die Lunten.
Abtreibung und Verhütung sind bis heute durch seltsame Konstrukte geregelt, die mehr Mischungen aus Moral und Unterordnung enthalten, als zugegeben wird.
Recht auf den eigenen Körper, die eigene Entscheidung wird gegen gesellschaftliche Interessen verhandelt.

Gender-Bewusstsein durch Gesetze

Durch EU-Recht wurde das Gender-Mainstreaming eingeführt, als Bedingung für EU-Finanzierungen in der Bildungsarbeit zum Beispiel. Dazu gehört die Wahrnehmung und Statistik, wie viele Frauen und wie viele Männer teilgenommen haben.
Das reaktionäre Geplärre vom "Gender-Wahn" wendet sich gegen die Gleichberechtigung, thematisiert aber auch die wachsende Bewusstheit zur Konstruktion von Geschlecht zwischen Körper, Rolle und Seele, mit der wir umgehen lernen.

Da die Methode der Zukunftswerkstatt aus der Demokratisierung der Bewegungen stammt, passt sie besonders gut zu gemeinnützigen Betrieben und Projekten.

Im Visionstheater haben wir eine Melange aus Forumtheater und Zukunftswerkstatt für neu zusammengestellte Teams entwickelt,
aber die **Zukunftswerkstatt** kann auch "pur" ganz gut in die Arbeitsweisen der Regionalentwicklung weiterführen, wenn die Einrichtung bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.